Wie wählt man die richtige Krücke aus?

von Frank Ruppert

Es ist schwierig immer gleich die richtigen Gehhilfen für die individuelle Person zu finden, aber es gibt ein paar Anhaltspunkte, die man beachten sollte. 

Die Empfehlung Ihres Arztes oder Physiotherapeuten

Ihr behandelnder Arzt oder Physiotherapeut sollte Ihre erste Anlaufstelle sein, immerhin kennt er Ihre Bedürfnisse am Besten. Gerade wenn es darum geht bei nicht alltäglichen Einschränkungen zu helfen, sollten Sie ihm vertrauen. Allerdings sind heute im Rahmen der immer enger werdenden Verschreibungsbudgets und des Kostendrucks Ihrem Arzt häufig auch die Hände gebunden Ihnen die optimale Versorgung oder Hilfsmittel zu kommen zu lassen. Daher müssen Sie zumindest zum Teil selbst etwas beisteuern um einen Mehrwert oder eine beschleunigte Heilung zu erhalten.

Ihre spezielle Anforderungen

Grob lassen sich die unterschiedlichen Einsatzfelder von Krücken - oder auch Unterarmgehstützen - auf die folgenden Bereiche zusammenfassen:

1. Kurz- bis mittelfristige Unterstützung nach einer Knie- oder Hüft-Operation oder eines kleineren Unfalls, beispielsweise einer Bänderdehnung / "Umknicken" oder Bänderriss.

2. Langfristige Unterstützung, um eine Gehbehinderung, wie beispielsweise teilweise fehlende Beinglieder, beschädigtes Knochengerüst, Hüftproblemen oder sonstige Einschränkungen auszugleichen.

3. Weiter fallen hierunter auch all diejenigen Menschen, die allein aufgrund einer geringeren Stärke mehr Unterstützung brauchen, als dies mit einem leichten Gehstock möglich ist. Dies ist häufig der Fall bei Krücken für Senioren, die sich gerne festhalten möchten und noch beweglicher sein wollen als dies mit einem Rollator möglich wäre.

In allen drei muss die richtige Krücke ausgewählt werden.

Fall 1: Kurz- bis mittelfristig

Hier bieten sich die einfacheren und günstigeren Krücken an, da die typischen Probleme wie schmerzende Handgelenke oder geringere Stützfunktion nicht ausschlaggebend sind - zumindest wenn man der Auffassung der Krankenkassen und des Gesetzgebers geht. Je nach Konstitution der Nutzer und eventuellen Begleiterkrankungen wie Arthritis kann es auch hier schon zu Problemen kommen. 

Eine Zwischenlösung ist hierbei eine zusätzliche Polsterung der Handgriffe, die Schmerzen und Stöße zumindest abdämpfen kann. Die DIY / Hausmittelmethode mit Schaumstoffpolster scheitert häufig daran, dass sich Schaumstoffpolster leicht durchdrücken. Deswegen haben wir noch ein zusätzliches Gelkissen eingebaut, das die Polsterung erhält.

Fall 2: Langfristig

Hier treten neben der Stabilisierung des Nutzers und der langfristigen Selbstständigkeit auch die andauernde Belastung durch die Krücken selbst in den Vordergrund. Unser Knochengerüst ist nicht ursprünglich für die Nutzung von Gehhilfen ausgelegt, daher wird sich die zusätzliche Gewichtsverschiebung zu Schultern und Händen bemerkbar machen. Das war der ursprüngliche Grund warum wir die schmerzfreien und gefederten Unterarmgehstützen entwickelt haben. Das Gewicht wird über die Unterarme getragen und nicht durch die empfindlichen Handgelenksknochen. Sie gehen dank der optimierten Höhe und Neigung aufrecht und natürlich. 

Fall 3: Senioren und / oder mehr Unterstützung als ein Gehstock

Hier bietet sich häufig ein Mix an. Zuhause oder bei kurzen Wegen reicht häufig noch ein Gehstock aus, aber bei längeren Wegen oder auf Reisen eine Unterarmgehstütze. Gerade Senioren schätzen häufig, dass sie sich bei unserer KMINA Pro Gehhilfe auf den Unterarmauflagen bzw. Manschetten ausruhen können. 

Für alle Fälle gilt: Nehmen Sie immer zwei! Das menschliche Knochengerüst braucht eine gleichmäßige Belastung und die bekommen Sie nur mit zwei Gehhilfen hin.